Rasenalternativen

In den meisten Gärten ist ein Großteil der Fläche mit Rasen bedeckt – möchte man jedoch einen dichten, sattgrünen englischen Rasen haben, dann ist es mit nicht wenig Aufwand verbunden: Ständiges Mähen, Nachsäen, Düngen, Bewässern. Nicht jeder ist bereit so einen Pflegeaufwand zu betreiben. Aber gibt es überhaupt echte „Rasenalternativen“? Wir haben es uns angeschaut!


Man muss sich ehrlicherweise eingestehen, dass keine Rasenalternative auf lange Sicht so belastbar ist wie ein echter Sport- und Spielrasen. Rasenersatz ist zwar wesentlich pflegeleichter und man kann die Flächen in vielen Fällen auch betreten, jedoch bilden sich verhältnismäßig schnell Trampelpfade. Wenn es darum geht kleine bis mittelgroße Flächen pflegeleicht zu begrünen, dann liegt man mit den Rasenersatzmöglichkeiten genau richtig.


Ein kleiner Disclaimer vorab: In Kleingartenvereinen gibt es oftmals Richtlinien für viele verschiedene Gartenangelegenheiten. Je nach Verein gibt es Grundlegen ob und wie viel Rasen pro Parzelle vorhanden sein muss. Bevor jemand seinen Rasen also komplett aus seinem Garten verbannt: Macht euch bitte über die Richtlinien eures Vereines schlau.




Bodendecker – wenn man es grün, aber pflegeleicht haben möchte


Eine grüne Alternative für den Rasen sind die sogenannten Bodendecker. Einige Arten davon erinnern stark an den gewohnten Rasen, das ständige Mähen in der Wachstumsphase ist jedoch nicht mehr notwendig. Der Rasenmäher wird nur dann benötigt, wenn die Pflanzen zu hoch geworden sind, dann kann man sie mit

einem Spindelmäher mähen. Man sollte nur darauf achten, die Messer hoch einzustellen, damit man eine einheitliche Fläche hat. Ansonsten sollte man auf eine regelmäßige Wasserzufuhr achten. Haben sich die Bodendecker erstmal verzweigt und ausgebreitet, so hat Unkraut kaum noch eine Chance sich auszubreiten. Bevor diese eingepflanzt werden, sollte der Boden frei von Unkraut gemacht werden und auch während des Anwachsens empfiehlt es sich das Unkraut fernzuhalten.



Wer die Optik von Rasen zwar schätzt, auf den Pflegeaufwand und das Mähen jedoch gut verzichten kann, sollte sich die Bodendecker auf jeden Fall anschauen.

Bei der Auswahl von Bodendeckern sollte man jedoch unbedingt darauf achten, dass die Sorte, mit der man den Rasen ersetzen möchte, trittfest, winterhart und immergrün ist. Bodendecker eignen sich nicht als Alternative, wenn Kinder oder Tiere im Garten sind. Besonders robuste Bodendecker sind beispielsweise:

- „Dickmännchen (Ysander)“

- „Goldbeere“ (Waldsteinia)

- „Stachelnüsschen“ (Acaena microphylla)

- „Fliederpolster“ (Leptinella squalida)




Teppichverbene „Summer Pearls“



Ein pflegeleichtes, begehbares Blütenmeer – der trittfeste Rasenersatz „Summer Pearls“ ist eine der besten Methoden, um klassischen Rasen zu ersetzen. Die Stauden sollten jedoch auch als langfristiger Rasenersatz eingepflanzt- und geplant werden, denn diese Wurzeln fast einen Meter tief in den Boden, was auch Trockenperioden unproblematisch macht. Die Stauden wachsen sehr zügig und schließen entstehende Lücken im Bestand dadurch auch recht schnell. Man sollte beachten, dass sich die Pflanzen im Winter bräunlich verfärben.


Der Rasenersatz blüht ab Mitte Juli bis August in hellrosafarbenen Blüten, ist winterhart und erreicht eine Höhe von 5 bis 10 cm. Natürlich brauchen die


Stauden wie jede Pflanze eine regelmäßige Wasserzufuhr, jedoch

muss man bei „Summer Pearls“ bei weitem nicht so akribisch gießen wie bei einem klassischen Rasen.


Der beste Zeitpunkt diese Staude einzupflanzen ist im Frühling. Gleichzeitig ist dieser Bodendecker eine Nahrungsquelle für Bienen, Hummeln und andere Insekten.




Rasenkamille


Die römische Kamille blüht von Juni bis September in weißen Blüten und wird maximal 15 cm hoch. Sie duftet angenehm und kann gelegentlich betreten werden. Sie ersetzt keinen Spielrasen – vom stundenlangen Spielen auf der Rasenkamille sollte man absehen, wenn man da lange was von haben möchte.

Der Rasenersatz kann mit einem hoch eingestellten Rasenmäher gemäht werden, wichtig dabei ist eine ausbruchsichere Rasenkante, damit die Rasenkamille nicht plötzlich alle angrenzenden Beete und Flächen überwuchert.




Kies oder Natursteinpflaster



Eine weitere Alternative ist der

schöne Kies. Der Garten kann durch die große Auswahl an Farben und Größen ganz individuell gestaltet werden. Man kann einige Bereiche mit Kies abtrennen und optisch strukturieren. Pflanzen können dann in Kübeln platziert werden und Gemüse findet in Hochbeeten Platz. Den gesamten Garten mit Kies zuzuschütten ist jedoch nicht empfehlenswert: Kies ist tot und hat keinen Mehrwert für das Ökosystem, es ist keine Nahrungsquelle für Insekten, Bienen und Hummeln. Partiell kann Kies ein echter Blickfang und eine Arbeitserleichterung darstellen, auf Flächen, an die man nur schwer ran kommt zum Mähen oder an Flächen, an denen der Rasen nicht anwächst, ist es durchaus eine gute Lösung.




Blumenwiesen – der bunte Mehrwert


Blumenwiesen und Kräuterrasen sind eine wahre Augenweide – sie sind Kunterbunt und blühen in den verschiedensten Farben und Formen. Für die Insekten ist so eine wilde Blumenwiese ein echtes Festmahl, für sonnige und sandige Standorte mit mageren Böden eine wirklich schöne Lösung. Solche Blumenwiesen sind allerdings nicht winterhart und auch nicht zum Betreten geeignet. Pflegeleicht sind sie deshalb allemal: Man säht die Blumenwiesenmischung, die es oftmals auch schon fertig zu kaufen gibt und gießt diese gut an, führt regelmäßig Wasser zu und dann lässt man die Pflanzen wachsen und gedeihen und kann sich an dem Anblick von vielen Schmetterlingen und Bienen, Hummeln etc. im Garten erfreuen. Dafür eignen sich Ecken im Garten, die man sich zum Mähen und Pflegen aussparen möchte, die aber trotzdem bewachsen sein sollen.




Die Kombi machts!



Sollte man den Rasen gänzlich aus seinem Garten verbannen dürfen und wollen, dann wäre eine Kombination aus allen Rasenersatzmöglichkeiten vermutlich die eleganteste Lösung. Je nachdem, um welch Ecke es sich handelt. So kann man an den Stellen, an denen es grün sein soll, Bodendecker verwenden und aus Kies und oder Rindenmulch die Wege auslegen, die man oft im Garten läuft. So schont man die Bodendecker und hat keinen Rasen. Ecken, die man nicht betritt, kann man sehr gut mit Wildblumenwiesen füllen, diese schenken dem Garten einen Farbanstrich und stellen gleichzeitig einen Mehrwehrt für die Insekten dar. Mit etwas Kreativität und einer Struktur im Garten welche Stellen welche Bedingungen erfüllen sollen, lässt sich viel auch ohne Rasen machen, je nach KGV und ob das mit den Richtlinien im Einklang ist.








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